Autor: Michael (Seite 1 von 19)

Wieder nach Hause

2 Wochen tolles Segeln sind zu Ende. Wir sind von Vibo Marina im Südwesten von Italien um den Stiefel herum nach Bari gesegelt. 471nm, die wir überwiegend unter Segeln zurück gelegt haben. Mal Aufkreuzen gegen den Wind, mal halber Wind und auch Raumschots, ein abwechslungsreicher Törn. Auch die Strömung in der Straße von Messina hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Jetzt geht es erst mal wieder nach Hause. Da sind auch noch einige Dinge zu erledigen. In drei Wochen geht es weiter.

Endspurt nach Bari

Am Morgen melde ich uns bei der Guardia Costiera ab und erhalte die Erlaubnis, den Hafen zu verlassen. Die Leinen werden losgemacht und es geht um den roten Leuchtturm aus dem Hafen auf die See. Die Segel werden gesetzt und mit leichtem Wind segeln wir hinaus. Nach einigen Meilen machen wir eine Wende und nehmen Kurs auf Mola di Bari, einen Kleinen Ort südöstlich von Bari. Dort wollen wir in einer Bucht ankern und nochmal schwimmen gehen. Bei der Gelegenheit holen wir auch das Dinghy auf das Vorschiff, da es in den 3 Wochen Pause nicht im Wasser liegen soll. Wir fahren unter Motor das letzte Stück nach Bari, der Wind ist weg. In der Marina werden wir freundlich empfangen und erhalten gute Hilfe bei den Leinen.

Monopoli

Heute geht es von Brindisi nach Monopoli. Nach dem Frühstück holen wir den Anker ein und setzen sofort das Groß. Mit einer Halse biegen wir vom Ankerplatz in den Fahrweg ein und setzen die Genua. Wir steuern aus dem Hafen auf die See und gehen auf Anwind-Kurs in die Ausfahrt des VTGs. Am Ende des VTG wenden wir und nehmen Kurs auf Monopoli. Es geht unter Segeln schurgerade dem Ziel entgegen. In Monopoli gibt es im Hafen einen Public Quai, an dem man 24h kostenlos festmachen kann. Vor dem Einlaufen in den Hafen rufe ich bei der Guardia Costiera an und frage ob ein Platz frei ist und bekomme die Erlaubnis dort festzumachen. Wir sind das einzige Schiff dort am Quai.

Fußball-WM in Brindisi

Nach einer doch recht wackeligen Nacht lichten wir sehr früh den Anker und setzen sofort die Segel. Heutiges Ziel ist ein Ankerfeld im Hafen von Brindisi. Dort wollen wir am Abend das Spiel der deutschen Mannschaft bei der Fussball-WM schauen. Da der Wind aus NW weht und unser Ziel im Nordwesten liegt, müssen wir aufkreuzen. Wir segeln raus auf die Adria und nach einigen Meilen nach einer Wende wieder zurück Richung Land. So geht es bis zum frühen Nachmittag. Die Wenden klappen fast perfekt. Dann, nach einer Wende zurück zum Land, können wir immer mehr anluven. Der Wind dreht immer mehr nach Nord. Das kommt uns sehr entgegen weil wir nun ohne weitere Wenden nach Brindisi durchsegeln können. Kurz vor Brindisi lässt der Wind mach und wir schieben ein wenig mit dem Motor. Nach dem Ankern gibt es Schakschuka und später schauen wir dann Fussball-WM.

Es geht in die Adria

Am Morgen machen wir die Leinen los in Santa Maria di Leuca. Wir verlassen den Hafen und gehen auf Kurs Ost um dann NNO einzuschwenken. Nach 3h kommt Wind auf und wir setzen die Genua. Jetzt heißt es ein paar lange Schläge Aufkreuzen bis nördlich von Otranto. Hier gehen wir für die Nacht vor Anker.

65nm nach Santa Maria di Leuca

Heute geht es von Torre Melissa quer durch den Golfo di Taranto nach Santa Maria di Leuca. Das sind 65nm mit Kurs 60°. Die kalkulierte Zeit: 12h. Wir lichten um 7h den Anker und setzen Groß und Genua. Mit leichtem NW-Wind machen wir anfangs ca 5kn Fahrt über Grund aber der Wind frischt wie vorhergesagt etwas auf und bald segeln wir mit 8kn dem Ziel entgegen. Der Wind hält bis 14.30h, dann sind wir, wie es der Wetterbericht vorhersagte, in einem Windloch. Kurz danach kommt leichter Wind aus SO aber nicht wirklich ausreichend zum Segeln. Wir holen die Genua ein und mit Motor und Groß geht es weiter nach Santa Maria di Leuca.

Nach Torre Melissa

Für morgen ist guter Wind vorhergesagt um den Golfo di Taranto, die große Bucht zwischen Spitze und Absatz des italienischen Stiefels, zuqueren. Für eine günstigere Startposition segeln wir heute ca 25nm nach Norden und ankern vor Torre Melissa.

Nach Crotone zum Einkaufen

Es wird eine kurze Fahrt. Nach dem Einholen des Ankers geht es nur mit der Genua nach Crotone. Hier ankern wir etwas südlich der Hafeneinfahrt. Mit dem Dinghy geht’s zum Strand und zum Einkaufen. Die Strandbesucher haben nicht schlecht gestaunt als wir mit vielen Tüten und 2 Rucksäcken ins Dinghy steigen.

Über Porto di Roccella nach Catanzaro

Um 8.30h heißt es Anker auf und wir verlassen den Ankerplatz vor Gruda. Die Nacht war deutlich ruhiger als die letzte vor Scilla. Da heute kein Wind weht geht es unter Motor ganz unspektakulär 32nm nach Porto di Roccella. Die Marina ist sehr sauber (hat in den letzten Jahren mehrere Auszeichnungen bekommen) und bietet gute Sanitäranlagen. Im Restaurant der Marina haben wir dann zu Abend gegessen.

Am nächsten Morgen legen wir in Porto di Roccella ab und fahren aus dem Hafen. Nach 30 Minuten nimmt der Wind zu und die Segel werden gesetzt, Kurs Catanzaro. Gegen 14h meldet die Marina Catanzaro, auf Nachfrage, dass sie voll sind. Also Planänderung und wir nehmen Kurs auf Le Castella. Da der Wind genau in die Ankerbucht bläst, beschließen wir um die Landzunge herum ans Capo Colonna zu segeln und dort bei ablandigem Wind und ruhiger See zu ankern.

Durch die Straße von Messina

Am frühen Morgen geht es vom Ankerplatz vor Scilla quer über das Verkehrstrennungsgebiet auf die recht Seite um dann durch die Straße von Messina zu segeln. Nach dem Ankerlichten werden sofort die Segel gesetzt um mit Windstärke 3 und Halbwindkurs das VTG zu queren. Ein Frachter aus Norden fährt hinter uns in das VTG. Auf der rechten Seite steuern wir in die Straße von Messina. Mit der Strömung und gutem Wind von achtern, inzwischen 4-5 bft, segeln wir durch die Straße von Messina. Die Geschwindigkeit liegt immer zwischn 10kn und 11kn über Grund, im Maximum 12.6kn. Nachdem wir an Messina vorbei und die Fahrt wohl schnell aber sehr gleichmäßig ist, übergeben wir die Steuerung an Hanibal, unseren Autopiloten. Für uns gibt es dann erstmal Frühstück. Kurz bevor wir Taormina erreichen fahren wir eine Halse um nach SO zu segeln um die Südspitze Italiens. Am späten Nachmittag ankern wir dann vor Gruda im SO der Stiefelspitze.

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